Vollzeit arbeiten und trotzdem arm

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Vor allem Handel und Tourismus sind gefordert. Tirol braucht einen Plan.

Dass in Tirol tausende Menschen trotz Vollzeitarbeit als Working Poor gelten, ist für Liste-Fritz-Obfrau Andrea Haselwanter-Schneider ein politisches Warnsignal. „Wer Vollzeit arbeitet, muss von seinem Einkommen leben können. Arbeit darf nicht in die Armut führen, sondern muss davor schützen“, so Haselwanter-Schneider.

Tirol ist seit langem Schlusslicht oder weit abgeschlagen, was die Höhe der Einkommen betrifft. Dazu kommen die stetig steigenden Kosten fürs Leben und Wohnen. „Wenn Miete, Betriebskosten und Energie einen immer größeren Teil des Einkommens auffressen, reicht selbst ein regelmäßiges Vollzeiteinkommen irgendwann nicht mehr.“

Besonderen Nachholbedarf sieht die Liste Fritz im Handel und im Tourismus. „Wenn der Tiroler Tourismus je nach Saison zu 60 bis 70 Prozent auf Beschäftigte aus dem Ausland angewiesen ist, müssen wir auch über Löhne und Arbeitsbedingungen reden. Wer Mitarbeiter gewinnen und langfristig halten will, muss gute Arbeit auch gut bezahlen.“

Für Haselwanter-Schneider braucht es einen konkreten Drei-Punkte-Plan: Erstens müssen niedrige Erwerbseinkommen steigen und faire Löhne stärker eingefordert werden. Zweitens braucht Tirol deutlich mehr dauerhaft leistbaren Wohnraum, insbesondere im gemeinnützigen und geförderten Bereich. Drittens müssen Steuer- und Sozialsystem Menschen mit niedrigen Erwerbseinkommen gezielt entlasten und sicherstellen, dass sich Arbeit immer lohnt.

„Die Politik darf nicht nur fragen, wie wir Menschen in Arbeit bringen. Wir müssen dafür sorgen, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können. Unser Ziel muss sein: Vollzeitarbeit schützt vor Armut – und ermöglicht Wohnen, Leben und gesellschaftliche Teilhabe.“

Andrea Haselwanter-Schneider

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