Liste Fritz kritisiert Projekt scharf: Rund 20 Prozent geförderte Wohnungen sind viel zu wenig
Innsbruck erlebt den nächsten Kniefall vor Wohnbau-Investoren. Statt der ursprünglich geplanten 140 frei finanzierten Wohnungen sollen in Amras nun 165 „gemischte“ Wohnungen entstehen. Für die Liste Fritz ist klar: Der Ausverkauf der Stadt geht unter Bürgermeister Anzengruber und seiner Stadtregierung ungebremst weiter. Mit tatkräftiger Unterstützung der SPÖ. „Das ist kein Kurswechsel, sondern eine erneute Kapitulation vor Investoreninteressen“, kritisiert Liste-Fritz-Gemeinderätin Andrea Haselwanter-Schneider. „35 geförderte Wohnungen sind angesichts der dramatischen Wohnsituation ein wohnungspolitischer Offenbarungseid.“
Anrainerinteressen werden vollkommen ignoriert
Besonders problematisch ist für die Liste Fritz der Umgang mit den betroffenen Anrainerinnen und Anrainern. Ihre Bedenken zu Verkehr, Zufahrt und Infrastruktur wurden beiseitegeschoben, zentrale Fragen bleiben unbeantwortet. „Die Sorgen der Anrainer werden behandelt, als wären sie lästig“, so Haselwanter-Schneider. „Wer Stadtentwicklung ernst nimmt, darf nicht über die Menschen drüberfahren.“
Geförderter Wohnbau erneut zu knapp
Grundsätzlich stellt die Liste Fritz das Projekt in dieser Dimension infrage. „Vom frei finanzierten Wohnbau haben wir laut allen Studien bereits mehr als genug. Was Innsbruck dringend braucht, ist deutlich mehr geförderter Wohnbau. Nicht als Feigenblatt, sondern als Schwerpunkt“, betont Haselwanter-Schneider. Auch der Verweis auf eine geplante Kinderbildungseinrichtung greift zu kurz: „Wichtig, ja. Aber sie löst das Grundproblem nicht. Rund 80 Prozent der Wohnungen bleiben frei finanziert. Das ist keine soziale Wohnbaupolitik.“ Besonders bedenklich ist für Haselwanter-Schneider die Regelung, wonach nur bei 75 Prozent der frei finanzierten Wohnungen ein Hauptwohnsitz verpflichtend ist, der Rest nicht. „Das ist ein Freibrief für Spekulation und begünstigt zukünftig weiteren Leerstand. Das als Spekulationsbremse zu verkaufen, ist schlicht nicht nachvollziehbar.“ Für die Liste Fritz ist klar: Stadtpolitik muss sich am Gemeinwohl orientieren, nicht an Renditeerwartungen privater Investoren. „Unser Maßstab ist eindeutig: mindestens 50 Prozent geförderter Wohnbau. Es geht um die Zukunft Innsbrucks und darum, ob wir endlich leistbaren Wohnraum für die Menschen schaffen“, so Haselwanter-Schneider abschließend.
Titelbild ORF Tirol heute 14.01.2026







