Liste Fritz fordert einen Bettenstopp

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Haushalten mit dem was da ist. Tourismus neu und mit der Bevölkerung denken

Am Ende der Wintersaison zieht die Liste Fritz Bilanz. Es reicht. „Wir fordern einen Bettenstopp und sind der Überzeugung, dass sich ein solcher gesetzlich auch umsetzen lässt“, erklärt der Klubobmann der Liste Fritz, Markus Sint. Die ÖVP hatte unter ihrem ehemaligen Chef, eine Bettenobergrenze von 330.000 gefordert. Das war 2021. Heute, fünf Jahre später, hat Tirol 355.000 Betten. „Wie sich das auswirkt, erleben alle Tirolerinnen und Tiroler, wenn sie im Stau stehen. Am Fernpass, im Zillertal und inzwischen fast tirolweit“, meint Sint.

Eine starre, landesweite Bettenobergrenze ist juristisch heikel. „Aber eine Beschränkung auf 300 Betten pro Hotel über touristische Sonderflächen, das wäre möglich. Was es dazu braucht, ist der politische Wille. Die Raumordnung ist Länderkompetenz und über die Raumordnung lässt sich viel machen“, ist Sint überzeugt. In Südtirol gilt seit Jahren die Bettenobergrenze. Das hat noch nicht zum gewünschten Ziel geführt, weil zu viele Schlupflöcher offenblieben. „Aber man hat sich der politischen Diskussion gestellt, auch wenn das innerhalb der eigenen Partei, der SVP, mehr als strittig war und ist.“

Bettina Tschol ist Gemeinderätin in St. Anton und Bezirkssprecherin der Liste Fritz in Landeck, dem tourismusintensivsten Bezirk Tirols. In der Wintersaison 2024/2025 lag die Bettenauslastung in St. Anton bei 42,9 Prozent, in ganz Tirol bei 48,4. Im Sommer ist die Auslastung in St. Anton 14,9 Prozent, in Tirol 39 Prozent. „In den letzten Jahren wurden Hotels von ausländischen Investoren übernommen. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe kommen unter Druck, dort ist die Auslastung noch geringer als in der gehobenen Hotellerie.

Tirolweit erhöhen zu viele Betten auch den Arbeitskräftemangel. „In der letzten Wintersaison lag der Anteil an ausländischen Arbeitskräften im Tiroler Tourismus bei 70 Prozent. Diese Zahl sagt auch etwas über den Tourismus als Arbeitgeber aus“, erklärt Klubobmann Markus Sint. „Es ist klar, dass vor allem Saison-Betriebe ohne ausländische Mitarbeiter nicht mehr existieren könnten, umso wichtiger ist es, statt Nächtigungsrekorde zu feiern, eine umfassende Tourismusstrategie zu entwickeln“, erklären Sint und Tschol abschließend.

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