Kinderbetreuung oder die Katze im Sack, Kosten unklar

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Andrea Haselwanter-Schneider, Dringlichkeitsantrag, Harmonisierung, Kinderbetreuung, Liste Fritz, Mehrkosten für Gemeinden, Nachdruck, Tarife

Damit Kinderbetreuung funktioniert, müssen die Tarife schneller harmonisiert werden

Mit 31. Jänner läuft die Anmeldefrist auf der Plattform Frida aus. Damit entsteht für die Eltern ein Recht auf die Vermittlung eines Betreuungsplatzes in den Kinderkrippen, Kindergärten oder Horten des Landes. Zwei Monate haben nun Tirols Gemeinden Zeit, einen Betreuungsplatz zu finden. „Wie viel der kostet und wo der genau sein wird, wissen die betroffenen Eltern aber nicht“, sagt Liste-Fritz-Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider. „Das kann man beim Start der Plattform noch als Kinderkrankheit gelten lassen, aber wir möchten, dass sichergestellt ist, dass das beim nächsten Mal behoben ist. Eltern und auch die Gemeinden brauchen Rechtssicherheit.“ Aus diesem Grund bringt die Liste Fritz einen Dringlichkeitsantrag im Landtag ein. Darin wird gefordert, dass ehestmöglich alles unternommen wird, um die Tarife für die Kinderbetreuung zu harmonisieren. „Das ist aus unserer Sicht die Grundlage, damit eine Vermittlung gelingen kann. Die Kosten für die Kinderbetreuung können nicht von der Postleitzahl abhängen.“  Eltern brauchen vollständige und verbindliche Informationen über die zu erwartenden Betreuungskosten.

Was genau bekommt das Land um 17 Millionen Euro, was die Gemeinden und wie lange?

Zwar haben Gemeindeverband und Land ausverhandelt, dass 17 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Liste Fritz kritisiert aber, dass das Land nicht weiß, „was es für sein Geld genau bekommt, ganztägige Betreuung oder auch nicht, und die Gemeinden nicht sicher sein können, ob und wie lange die Mittel reichen“. Hier ein Rechenbeispiel. Das Land ging von einem Satz von 1,20 Euro pro Kind und Stunde aus. Kalkuliert beispielsweise eine nur mittelgroße Gemeinde mit 2,50 Euro dann entsteht eine finanzielle Lücke. Bei beispielsweise 43 Kindern in der Kinderkrippe, die 25 Stunden pro Woche betreut werden, sind das 1400 Euro in der Woche. Im Jahr sind es rund 73.000 Euro Mehrkosten für nur eine mittelgroße Gemeinde. „Nicht gerechnet, sind die steigenden Personalkosten, die Infrastrukturkosten. Die Betreuungskosten sind keine Einmalzahlung, sondern laufende Kosten.“ Solche Gemeinden gibt es viele. Innsbruck ist da noch gar nicht mitbedacht.

Wenn der Lösungsansatz einheitliche Tarife sein sollen, dann müssen diese mit mehr Nachdruck umgesetzt werden. „Ansonsten muss man so ehrlich sein und andere Wege andenken. „Kinderbetreuung zu den Gemeinden, Krankenhäuser zum Land.“

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