Liste Fritz kritisiert NHT-Mitarbeiterhaus für Hotel Tenne und fordert Bettenstopp für Tirol
Die gemeinnützige Neue Heimat Tirol errichtet in Kitzbühel für das Hotel Tenne ein Mitarbeiterhaus mit 65 Dienstnehmerwohnungen und 63 Stellplätzen. Das Investitionsvolumen beträgt 17,2 Millionen Euro. Für Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint ist das Projekt ein Beleg dafür, dass gemeinnützige Baugesellschaften ihre eigentliche Aufgabe aus den Augen verlieren. „In Tirol fehlt es an allen Ecken und Enden an leistbaren Wohnungen für Einheimische. Gemeinnützige Baugesellschaften haben genug damit zu tun, ihrer Kernaufgabe nachzukommen“, stellt Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint klar.
Gemeinnützige Baugesellschaften profitieren von Steuervorteilen, günstigen Grundstücken und öffentlichen Förderungen. „Mitarbeiterwohnungen für private Tourismusbetriebe zu errichten, ist eine klare Wettbewerbsverzerrung. Das ist nicht nur eine Quersubventionierung des Tourismus durch den Steuerzahler, sondern auch unfair gegenüber privaten Baugesellschaften“, so Sint. Bereits im April 2025 hat die Liste Fritz im Landtag beantragt, dass Gemeinnützige keine Dienstnehmerwohnungen für private Unternehmen errichten und dafür keine Wohnbauförderungsmittel erhalten dürfen. Ausnahmen sollten lediglich für Betriebe der öffentlichen Hand wie Spitäler oder Pflegeheime gelten. ÖVP und SPÖ haben den Antrag damals abgelehnt.
Die Tenne wird derzeit neu gebaut und generalsaniert und soll als Fünf-Sterne-Hotel wiedereröffnen. „Das Mitarbeiterhaus ist laut Hotelmanagement nötig. Das liegt auch daran, weil der Anteil der ausländischen Mitarbeiter im Tourismus in ganz Tirol immer höher wird und bei rund 70 Prozent liegt“, kritisiert der Bezirkssprecher der Liste Fritz, Sepp Niedermoser. Der Gemeinderat hat den Bau des Mitarbeiterhauses mehrheitlich abgesegnet. „Der Bürgermeister meint, dass Personalhaus würde den Wohnungsmarkt entlasten. Wir meinen, dass ein Unternehmer entweder den Anteil einheimischer Arbeitskräfte im Betrieb erhöhen sollte, oder selbst für ordentliche Personalunterkünfte zu sorgen hat. „Der Tourismus bezeichnet sich selbst als Leitbranche, schafft es aber immer weniger, ein attraktiver Arbeitgeber für Einheimische zu sein. Statt diese Entwicklung zu hinterfragen, werden immer neue Hotels, Mitarbeiterhäuser und Parkplätze gebaut. Diese Spirale des Immer-mehr muss endlich durchbrochen werden“, sagt Niedermoser.
Für die Liste Fritz führt daher kein Weg an einem landesweiten Bettenstopp vorbei. Bei 330.000 Betten soll Schluss sein. „Was für eine Region und nicht nur für eine einzelne Gemeinde gut ist, sollte in den Fokus rücken.“ Eine Bettenobergrenze für eine Region könnte der Planungsverband umsetzen. Im Planungsverband Leukental, also in der Region Kitzbühel, liegt die Auslastung bei lediglich rund 35 Prozent. „Immer neue Betten bedeuten mehr Verkehr, mehr Personalbedarf und einen immer härteren Kampf um Gäste und Mitarbeiter. Tirol muss mit dem haushalten, was da ist. Weniger Betten, eine bessere Auslastung und mehr Wertschöpfung sind vernünftiger als weiteres Wachstum um jeden Preis“, so Sint abschließend.
