Freizeitwohnsitze kosten Kitzbühel Wohlstand und Wohnraum

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Studie zeigt: Alternative Nutzung bringt Millionen an zusätzlicher Wertschöpfung und mehr Steuereinnahmen

Die Liste Fritz sieht sich durch das Ergebnis einer Studie zur Wertschöpfung durch Freizeitwohnsitze in ihrer Kritik an der massiven Zahl an Freizeitwohnsitzen im Bezirk Kitzbühel klar bestätigt. Demnach wäre bei einer ganzjähriger Wohnnutzung oder touristischer Vermietung die Wertschöpfung um mindestens 11,35 Mio. Euro höher. Insgesamt nennt die Studie 228,25 Mio. Euro regionale Wertschöpfung, 2.855 zusätzliche Einwohner, 126,8 Mio. Euro mehr Regionalprodukt sowie 55 Mio. Euro mehr an Steuern und Abgaben.

„Freizeitwohnsitze schaffen keinen Wohlstand. Im Gegenteil, sie verbrauchen Grund und Boden und verteuern das Wohnen für die Einheimischen. Sie nehmen Platz für Wohnraum weg, verschärfen den Preisdruck und verhindern eine wirtschaftlich sinnvollere Nutzung wertvoller Flächen. Wer ehrlich rechnet, kommt zum Schluss: Freizeitwohnsitze sind für Kitzbühel und ganz Tirol ein Minusgeschäft“, ist Liste Fritz Klubobmann Markus Sint überzeugt.

Besonders sichtbar ist der Schaden am Arbeitsmarkt: Ohne Freizeitwohnsitze wären mindestens 1.800 zusätzliche Jobs möglich, im dynamischen Modell sogar weitere 1.287. Auch die Gemeinden und Tourismusverbände könnten mehr einnehmen. Die gesamten Mehreinnahmen der Gebietskörperschaften lägen bei mindestens 129,43 Mio., im dynamischen Modell bei 184,43 Mio.

„Die zentrale Schwäche der bisherigen GAW-Argumentation liegt in einer sachlich nicht haltbaren Ausgangsannahme. Nämlich, dass die Alternative zu Freizeitwohnsitzen eine ungenutzte grüne Wiese sei. Das ist realitätsfern. Unter plausiblen Annahmen zeigt sich vielmehr, dass Dauerwohnen und touristische Nutzung mehr Wertschöpfung, mehr Beschäftigung und höhere Steuereinnahmen erzeugen als Freizeitwohnsitze“, ist Univ.-Prof. DDr. Jürgen Huber überzeugt.

„Die Einheimischen zahlen die Zeche für die Freizeitwohnsitze. Das belegt das durchschnittliche Einkommensniveau im Bezirk Kitzbühel. Es liegt rund zehn Prozent unter dem Tiroler Durchschnitt, gleichzeitig plagen die Menschen im Bezirk besonders hohe Immobilienpreise. Die hohe Freizeitwohnsitzdichte schafft nicht breiten Wohlstand, sondern heizt die Fehlentwicklung am Wohnungsmarkt weiter an. Kitzbühel braucht Wohnraum für Einheimische statt Zweitwohnsitze für Vermögende. Grund und Boden muss den Einheimischen, der regionalen Wirtschaft und dem Gemeinwohl dienen, nicht einer kleinen Gruppe von Profiteuren“, so Sint abschließend.

Tirol heute, 09.04.2026

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