Bodenfonds-Grundstück für Tourismus zweckentfremdet

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Liste Fritz kritisiert Fehlentwicklung am Achensee. Landesregierung schießt sich damit ein politisches Eigentor

Was haben die Gemeinden Kitzbühel und Eben am Achensee gemeinsam? Alle beide wollen wertvollen Grund und Boden für Mitarbeiterhäuser großer Hotelbetriebe nutzen. Besonders das Beispiel in Eben am Achensee zeigt, wie einfach in Tirol Grund für Einheimische touristischen Interessen geopfert wird. Der Tiroler Bodenfonds hatte dort ein rund 1.632 m² großes Grundstück um etwa 200.000 Euro erworben. Gemäß seinen eigenen Richtlinien und seinem klaren Auftrag, leistbaren Wohnraum für Einheimische zu schaffen. Doch dazu wird es nun nicht mehr kommen. Denn Bürgermeister und Land argumentieren, dass auf einem anderen Grundstück bereits 60 NHT-Wohnungen entstehen und daher keine weiteren Wohnungen gewünscht seien. Ein Mitarbeiterhaus hingegen sehr wohl. Für Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint ist dieses Vorgehen zwar möglicherweise rechtlich gerade noch zu rechtfertigen, politisch und inhaltlich jedoch ein Irrweg. „Leistbare Grundstücke für leistbaren Wohnraum sind in Tirol Mangelware. Das was hier passiert, ist eine vollkommene Zweckentfremdung des Bodenfonds. Wenn die Richtlinien des Bodenfonds des Landes so zurechtgebogen werden, dass auf einem Grundstück des Bodenfonds ein Mitarbeiterhaus statt leistbarer Wohnungen für Einheimische entsteht, dann untergraben die Landesregierung und die Gemeinde den Unternehmenszweck des landeseigenen Bodenfonds. Der Bodenfonds wurde nämlich nicht dafür gegründet, um Grundstücke für Mitarbeiterhäuser zu organisieren“, so Sint.

Vorgangsweise ist schwerer politischer Fehltritt

„Leistbare Grundstücke für leistbaren Wohnraum sind Mangelware in Tirol. Umso erstaunlicher ist dieser Fall. Zwar mag dieser Grundstücks-Deal rechtlich gerade noch möglich sein, inhaltlich und politisch ist er allerdings komplett falsch“, ist Sint überzeugt. „Wenn die schwarz-rote Landesregierung diesen Grundstücks-Deal absegnet und gleichzeitig bejammert, dass es keine günstigen Grundstücke für leistbaren Wohnraum gibt, dann ist das ein politisches Eigentor. Denn damit durchkreuzt die Landesregierung ihre eigenen Vorgaben, mehr leistbaren Wohnraum für die Tiroler zu schaffen. Das ist eine verkehrte und verfehlte Politik. Für uns ist ganz klar: Der Tiroler Bodenfonds muss seinem ursprünglichen Zweck treu bleibt. Und das Land hat die Aufgabe, diesen Deal abzulehnen, um die Nutzung des Grundstücks für leistbaren Wohnraum weiterhin sicherzustellen. Anstatt den immer knapper werdenden Grund für touristische Mitarbeiterunterkünfte zu zweckentfremden“, so Sint abschließend.

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