Verschiebung im Oberland bleibt Wermutstropfen
Ausbau der Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel stärkt Glaubwürdigkeit der Transitpolitik
Der zugesagte Ausbau der Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel im Unterinntal ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, um die Glaubwürdigkeit der Tiroler und österreichischen Transitpolitik zu erhalten. „Es ist gut und richtig, dass die Unterinntaltrasse nun doch nicht verschoben wird. Es ist ein Sieg der Vernunft, dass der Ausbau wie geplant stattfindet. Wer ernsthaft Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern will, muss auch die notwendigen Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel vorantreiben. Alles andere ist den Menschen in Tirol nicht zumutbar“, stellen Liste Fritz-Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint klar. Für die Liste Fritz ist die Entscheidung auch ein Signal, dass der gemeinsame Druck im Tiroler Landtag Wirkung gezeigt hat. Der Allparteienantrag habe deutlich gemacht, dass Tirol bei dieser zentralen Infrastrukturfrage geschlossen auftritt. „Tirol und Österreich bewahren sich damit einen Rest an Glaubwürdigkeit in der Transitpolitik. Es ist positiv, dass die Zulaufstrecke auf Schiene bleibt und der Allparteienantrag im Tiroler Landtag Wirkung gezeigt hat. Den verkehrspolitischen Kuhhandel bedauere ich aber“, sagt Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint.
Der geplante zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke im Tiroler Oberland sowie der Umbau des Bahnhofs Imst-Pitztal sollen weit nach hinten verschoben werden. „Das ist ein Wermutstropfen. Die Tirolerinnen und Tiroler brauchen diese Infrastrukturprojekte. Einerseits, um mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen, andererseits, um den öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene weiter auszubauen. Es ist enttäuschend, wenn die Bundesregierung wichtige Projekte im Oberland auf die lange Bank schiebt“, so Haselwanter-Schneider. Die Liste Fritz warnt davor, notwendige, langfristige Investitionen in die Bahninfrastruktur aus kurzfristigen Sparüberlegungen zurückzuhalten. „Bei Infrastrukturprojekten zu sparen, ist Sparen am falschen Platz. Wer heute notwendige Investitionen verzögert, wird morgen die Folgen spüren. Langfristig wird sich das leider negativ auf Tirol auswirken. Die Bundesregierung darf Tirols Bahn-Ausbau nicht gegeneinander ausspielen“, betont Sint.
Für die Liste Fritz ist der Ausbau der Unterinntaltrasse ein wichtiger Schritt, darf aber nicht auf Kosten anderer dringend notwendiger Bahnprojekte in Tirol gehen. Nur mit einem konsequenten Ausbau der Schieneninfrastruktur könne die Verlagerungspolitik auf Dauer glaubwürdig und wirksam umgesetzt werden.




