Opposition fordert Aufklärung zum Verkauf stadteigener Wohnungen in Innsbruck

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Sondergemeinderat soll mehr Licht ins Dunkel bringen

Der geplante Verkauf stadteigener Wohnungen in Innsbruck sorgt seit Wochen für massive Kritik. Nun fordern die Oppositionsparteien im Innsbrucker Gemeinderat volle Transparenz, umfassende Unterlagen und eine faktenbasierte politische Diskussion. Der Verkauf von mutmaßlich 170 Wohnungen der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) wirft zahlreiche ungeklärte Fragen auf, die von der Innsbrucker Stadtregierung bis heute nicht beantwortet worden sind. Insbesondere hinsichtlich sozialer Verantwortung, wirtschaftlicher Folgen und langfristiger Auswirkungen auf den leistbaren Wohnraum in der Stadt.

Andrea Dengg, Klubobfrau der FPÖ – Rudi Federspiel, warnt eindringlich vor den finanziellen Konsequenzen für die IIG: „Die IIG wird im dreifachen Sinn finanziell massiv geschädigt: Sie verliert Wohnungen als Eigentum und dadurch wichtige Mieteinnahmen und muss üppige Dividenden an die Stadt ausschütten. Da ein massiver Schaden für die IIG zu erwarten ist, wollen wir Aufklärung.“

Auch Birgit Winkel, Klubobfrau von Das Neue Innsbruck, kritisiert das Vorgehen der Stadtregierung unter Bürgermeister Anzengruber scharf: „Es braucht dringend Aufklärung und Antworten auf viele offene Fragen zum Verkauf der rund 170 städtischen Wohnungen, den die Caprese-Koalition ohne jegliche offizielle Information und Unterlagen wie. z.B. eine grobe Vereinbarung, einfach mal so nebenbei zum Stopfen der Budgetlöcher beschlossen hat.“

Gregor Sanders von der KPÖ sieht im Wohnungsverkauf einen grundsätzlichen politischen Fehlkurs. „Der Ausverkauf von Wohnungen ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit. Anstatt die Wohnungskrise anzugehen, verkaufen Anzengruber, Grüne und SPÖ lieber die Zukunft unserer Stadt. Das ist Politik mit der Brechstange, nicht mit Weitsicht. Innsbruck ist die teuerste Stadt beim Wohnen. Wer jetzt stadteigene Immobilien verschleudert, hat nichts verstanden.“

Für Andrea Haselwanter-Schneider von der Liste Fritz ist der geplante Verkauf von IIG-Wohnungen an die NHT ein massiver Fehler. „Zwar stopft man damit kurzfristig Budgetlöcher, zerstört aber langfristig soziales Kapital. Eine Stadt wie Innsbruck braucht öffentlichen Wohnraum als Grundpfeiler sozialer Stabilität. Nicht Stadtbeteiligungen, die bei jedem Budgetloch wie ein Bankomat geplündert werden.“

Evi Kofler von der Alternativen Liste Innsbruck (ALI) verweist in diesem Zusammenhang auf die Verunsicherung der Betroffenen. „Die Diskussionen über den geplanten Verkauf der städtischen Wohnungen verunsichert sowohl Mieter:innen als auch die Mitarbeiter:innen der IIG. Wesentliche Fragen zum Rechtsstatus der verkauften Wohnungen und zur künftigen Entwicklung der Mietpreise bleiben offen. Es hätte schon längst eine öffentliche Diskussion in dieser Angelegenheit, die so viele Menschen in der Stadt unmittelbar betrifft und zukünftig betreffen wird, gebraucht“, so Gemeinderätin Evi Kofler. Der angekündigte Sondergemeinderat soll nun Klarheit schaffen und eine transparente Entscheidungsgrundlage sicherstellen. Alle Oppositionsparteien fordern gemeinsam ein Ende der „Hinterzimmerpolitik“ der Innsbrucker Stadtregierung, mehr Transparenz, ordentliche Unterlagen sowie eine faktenbasierte politische Diskussion. Was keinesfalls passieren darf, ist ein Ausverkauf des ´Familiensilbers` ohne Plan für morgen.

Tirol heute, 29.12.2025

https://on.orf.at/video/14305640/16008198/meldungen

Tirol heute, 09.01.2026

https://on.orf.at/video/14306975/16014024/gemeinderat-debatte-ueber-geplanten-wohnungsverkauf

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