Liste Fritz fordert Eingreifen der Landesregierung, um Blockade der Gemeinde zu beenden
„Lärmschutz ist Gesundheitsschutz. Und Gesundheitsschutz heißt Lärmschutz. Wir wissen, dass Lärm krank macht. Das beweisen zahlreiche Studien und das beweisen die offenen Briefe und Warnungen der in Silz ansässigen und niedergelassenen Ärzte“, stellt Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint Seite an Seite mit den betroffenen Anrainern klar. Die gemessene Lärmbelastung von 70 Dezibel und Spitzenwerten bis zu 90 Dezibel liegen weit über dem, was Menschen auf Dauer zumutbar ist. Gleichzeitig fahren auf dieser Strecke immer mehr Züge. Auch ein Gutachten der ÖBB zeigt, dass die zumutbare Lärmbelastung überschritten wird. Es ist völlig unverständlich, warum der Bürgermeister und die Mehrheit des Gemeinderats die notwendigen Lärmschutzmaßnahmen mutwillig blockieren. „Es liegt alles vor. Das ÖBB-Gutachten bestätigt den Handlungsbedarf, das Projekt ist fix und fertig ausgearbeitet und es gibt sogar eine von Land und ÖBB beauftragte Visualisierung. Es fehlt nicht an Fakten, es fehlt nicht an Plänen, es fehlt nicht an Lösungen. Es fehlt lediglich am politischen Willen, den Bürgermeister endlich zur Vernunft zu bringen“, so Sint.
Liste Fritz steht auf der Seite der lärmgeplagten Anrainer
Sint verweist auf schriftliche Anfragen an die Landesregierung, auf einen Dringlichkeitsantrag der Liste Fritz für Lärmschutzmaßnahmen und auf den entsprechenden Beschluss im Tiroler Landtag im Jahr 2022. Landesregierung und Volksanwaltschaft sind informiert. „Nachdem im Jänner 2026 die Warnungen der Ärzte öffentlich geworden seien, habe ich im Februar 2026 Landeshauptmann Anton Mattle und Verkehrslandesrat René Zumtobel schriftlich aufgefordert, einzugreifen und Lärmschutz sowie Gesundheitsschutz in Silz zu ermöglichen. Trotzdem nehmen Landeshauptmann Mattle und Landesrat Zumtobel ihre Verantwortung nicht wahr“, zeigen sich Sint und die Anrainer enttäuscht.
Blockade der Gemeinde beenden: Gemeindeautonomie ist kein Freibrief fürs Wegschauen
Sint kritisiert den ständigen Verweis auf die Gemeindeautonomie. Der Rechnungshofbericht zur Gemeinde Matrei in Osttirol zeigt, dass das Land sehr wohl eingreifen kann, wenn es will. „Wenn Mattle in Matrei eine Notlage als Grund für sein drastisches Eingreifen sieht, dann muss die Gesundheitsgefährdung hunderter Menschen in Silz erst recht eine Notlage sein“, erklärt Sint.
Mattle hätte mehrere Möglichkeiten, auf Bürgermeister und Gemeinde einzuwirken. Von Bedarfszuweisungen über Landesförderungen bis zum Hinweis auf die Fürsorgepflicht des Bürgermeisters für seine Gemeindebürger. „Nichtstun grenzt an unterlassene Hilfeleistung. Mattle und Zumtobel müssen die Blockade des Bürgermeisters endlich beenden“, so Sint abschließend.
ORF Mittagsmagazin, 22.05.26



