Wir fordern kostenlose Öffis für alle Tiroler und sehen darin eine wirksame Maßnahme gegen die Teuerung.
Wir halten an unserem langfristigen Ziel kostenloser Öffis für alle Tirolerinnen und Tiroler fest. Für Klubobmann Markus Sint wäre das eine wirksame Antiteuerungsmaßnahme, die unmittelbar bei den Menschen ankommt. Immerhin blieben damit jährlich rund 625 Euro mehr zum Leben. Gleichzeitig sieht er darin eine Investition, die sich auch volkswirtschaftlich rechnet.
„Wir dürfen Gratis-Öffis nicht nur auf ihre Kosten reduzieren. Wenn mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen, entlasten wir unsere Straßen, reduzieren Lärm und Feinstaub, sorgen für sauberere Luft und schützen damit Gesundheit und Klima. Langfristig könnten wir dadurch sogar mehr einsparen, als wir investieren. Mir ist klar, dass das nicht von heute auf morgen umsetzbar ist. Aber wir müssen den Mut haben, heute an den Lösungen von morgen zu arbeiten“, so Sint.
Laut einer Studie der EU-Alpenraumstrategie verursacht der Straßenpersonenverkehr rund achtmal so hohe externe Kosten wie die Bahn. Bei 100.000 Umsteigern wären unter entsprechenden Annahmen Einsparungen von bis zu 90 Millionen Euro jährlich denkbar. Dass für die Umsetzung kostenloser Öffis zusätzliche öffentliche Mittel sowie mehr Fahrzeuge, Fahrpersonal und Kontrollorgane notwendig wären, ist der Liste Fritz bewusst. Als möglichen Beitrag zur Gegenfinanzierung schlägt Sint vor, Verstöße gegen die Abfahrverbote endlich zu bestrafen. Immerhin wurden allein in der letzten Sommer- und Wintersaison mehr als 800.000 Fahrzeuge an gesperrten Ausweichrouten zurückgewiesen.
Sint erinnert daran, dass Tirol bereits 2017 mit dem stark vergünstigten Öffi-Jahresticket einen wichtigen Schritt gesetzt hat. Seither sind die Preise jedoch wieder deutlich gestiegen. Kostete das Tirolticket 2018 noch 490 Euro, sind es 2026 bereits 625,60 Euro. Neben kostenlosen Öffis brauche es auch bessere Verbindungen. Dazu zählen insbesondere bessere Abendverbindungen von den Bezirkshauptstädten in die Seitentäler, die seit 2013 ausstehende Wiedereinführung des Direktzugs zwischen Lienz und Innsbruck sowie eine verlässliche Außerfernbahn.