160 Studiengänge und wen braucht der Arbeitsmarkt?

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Studienzugänge beschränken, zurück zum Numerus Clausus, vor allem in Zeiten des Sparens

Während Deutschland den Zugang zu Studiengängen beschränkt, hinkt hier Österreich hinterher. Das führt dazu, dass vor allem in Innsbruck in manchen Studienrichtungen zu wenige Plätze für österreichische Studierende übrigbleiben. „Wir haben Anfang des Jahres auf diese Problematik aufmerksam gemacht und freuen uns, dass der Landtag geschlossen dafür eintritt, dass die Quote für Zahnmedizin und Psychologie kommen soll. Den anderen Studienrichtungen ist damit aber nicht geholfen. Deshalb gehen wir einen Schritt weiter“, erklärt Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider. Im Wintersemester letztes Jahr waren nur noch 38,8 Prozent der Erstsemestrigen aus Österreich. „Das erhöht den Druck auf den Wohnungsmarkt und macht aus volkswirtschaftlicher Sicht wenig Sinn?“

Deutschland beschränkt den Zugang zu Studiengängen

Deutschland hat insgesamt deutlich mehr Studiengänge beschränkt als Österreich. Österreich hatte einen Numerus Clausus für alle Studienrichtungen. Das war überschießend. Jetzt könnte Österreich bei überlaufenen Studienrichtungen den Numerus Clausus wieder einführen. „In Österreich darf nur studieren, wer in seinem Heimatland studienberechtigt ist. Das dämmt den Ansturm von Numerus-Clausus-Flüchtlingen ein.“ Was in Deutschland gut und recht ist, muss auch für Österreich gelten. Zuletzt hat ÖVP-Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele vorgeschlagen, Studiengebühren einzuheben. „Wir sind kein Fan von Studiengebühren, weil wir nicht glauben, dass der gewünschte Lenkungseffekt eintrifft. Wir sehen, dass die hohen Wohnungskosten deutsche Studierende nicht abschrecken.“

Braucht es 160 Studiengänge? Es wird enger am Arbeitsmarkt

„Uns ist klar, dass Studiengebühren, Geld in die Kassen der Universitäten spülen würden. Wir fordern allerdings, dass Universitäten ihr Angebot durchforsten. Ob es 160 Studiengänge an der Universität Innsbruck braucht, darf hinterfragt werden.“ Zudem weist Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider darauf hin, dass teils am Arbeitsmarkt vorbei ausgebildet wird. Seit den 1990er-Jahren hat sich in Österreich das Arbeitskräftepotenzial von AkademikerInnen mehr als verdreifacht. 1993 schlossen rund 13.400 Menschen ein ordentliches Universitätsstudium ab. 2023 waren es – nach Einführung der Fachhochschulen und des Bologna-Systems – knapp 59.300, 2024 bereits 60.500.Die Universitäten müssen in den nächsten Jahren einsparen. Rektoren warnen vor einem „Supergau“ für Forschung und Lehre, der von bis hin zu strukturellen Zusammenlegungen von Instituten reicht. „Wenn Unis sparen müssen, dann ist es umso wichtiger, dass der Anteil der Studierenden aus Österreich steigt.“

Tirol heute, 18.06.2026

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